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Anna Seghers und das Elfte Reich
Published Web Location
https://doi.org/10.5070/T7.53013Abstract
Dieser Essay folgt der wenig bekannten Erzählung „Die Reise ins Elfte Reich“ von Anna Seghers, den sie Anfang 1939 während ihres Pariser Exils in drei Teilen in der Zeitschrift Die Neue Weltbühne veröffentlichte. Darin übersetzt sie historische Tragödie von Flucht und der Angewiesenheit von Migrierenden auf Pässe und Visa in eine satirische Geschichte: die Einreise einer Gruppe von Emigrant*innen in ein utopisches weil passloses Land, das Elfte Reich. Die Erzählung entfaltet eine Mischung aus historischer Positionierung, politischer Kritik und phantastischer Erzählung, die einerseits dem Roman Transit gleichsam als Groteske historisch vorausgeht, andererseits in vielen Dimensionen in der von Migrationsbewegungen bestimmten Gegenwart widerhallt. Das Essay geht dem wohl unvollendet gebliebenen Text „Die Reise ins Elfte Reich“ selbst und seiner Geschichte nach, jedoch auch Konstellationen seiner Aktualisierung.