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“wer ihn zu verwenden weiß”. Pädagogik und Ästhetik der Isolation in Rudolf Arnheims Rundfunk als Hörkunst

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Abstract

In seiner Monographie Rundfunk als Hörkunst (1936/1979) attestiert Rudolf Arnheim dem Rundfunk ein miteinander zusammenhängendes ästhetisches und pädagogisches Potential: Zwar stimmt es, wie die Forschung verschiedentlich unterstrichen hat, dass er damit parallel zu Bertolt Brecht die erzieherische Möglichkeit des Rundfunks betont, die Zuhörer:innen zu aktivieren und zur Selbsttätigkeit anzuregen. Allerdings blieb bislang unbeachtet, dass es Arnheim dabei in entscheidender Differenz zu Brecht nicht darum geht, Hörer:innen in Beziehung zueinander zu setzen. Stattdessen verfolgt Arnheim, so die These des vorliegenden Beitrags, im Gegenteil ein pädagogisch-ästhetisches Programm der Isolation. Darüber hinaus fallen bei Brecht Aktivierung und Aktion bereits in der Rezeption des Hörspiels zusammen, wie dies am Beispiel seines Stückes Der Lindberghflug darzulegen sein wird, während bei Arnheim jede Form der Aktion der Zuhörer:innen erst nach der Rezeption des Rundfunkbeitrags erfolgen soll. Der Beitrag möchte damit nicht nur Differenzen zwischen Arnheims und Brechts Überlegungen zum Rundfunk herausarbeiten, sondern darüber hinaus auch die in der Forschung vertretene Lesart von Arnheims Bewertung des passiven Hörens korrigieren. Dieses wird bei ihm nämlich weder als gut noch als ambivalent, sondern grundlegend als schlecht beurteilt. Damit rückt ein interessanter Aspekt in Arnheims Radiotheorie in den Mittelpunkt: Der Rundfunk, so gilt es darzulegen, schafft für Arnheim eine Rezeptionssituation, in der jedes Subjekt im Selbstversuch Aufschluss darüber erlangen kann, ob es über ein Mindestmaß an Autonomie verfügt.